Wer stoppt den Wagen, der in Richtung Gesundheitsindustrie rollt?

Betrachten wir die Reise der Gesundheitspolitik, sehen wir schnell fahrende Limousinen mit verdunkelten Fenstern auf der Überholspur. Im Navigationssystem in der Rhön Limousine ist als Ziel „Übernahme der ambulanten Versorgung“ angegeben. Für die Insassen, den Vorstandschef Pföhler von den Rhön Kliniken AG und den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) steht fest:

Der am 6. Juni 2008 vorgestellte Kooperationsvertrag zwischen der KBV und der RHÖN Klinikum AG ist eine strategische Kooperation. Es wurde 2008 von neuen Perspektiven, von Grenzen die überwunden werden müssen und von einem Gesundheitssystem, das flexible Strukturen und Sprunginnovationen benötigt, gesprochen. Fast schon peinlich, wie jemand wie KBV Köhler auf Nachfrage dieses Zusammenspiel als weitsichtige Aktion verkauft. Und es alsVersorgung der Patienten hinstellt.

Jeder könnte lachen, wenn es nicht zum weinen wäre. Meiner Ansicht nach geht es beiden, Pföhler und Köhler, um gemeinsame Nenner und die heißen: Besitzstandwahrung sowie Macht und Geld. BKV Köhler, der Kraft seines Amtes die durch Zwangsmitgliedschaft unterstellten Ärzte vertreten sollte, geht auf Kurs mit den Zielen von Rhön! Köhler, demonstriert in der Öffentlichkeit Umarmungen mit Ärzten und spricht von der Sorge um uns Patienten! Bei mir wecken die Köhler Aussagen immer mehr die Assoziation des Judaskusses.

Wolfgang Pföhler spricht wenigstens aus, was Rhön plant und durchsetzen will. Es muss sich uns die Frage stellen: Woher kommt seine Sicherheit? Immerhin äußert er was er in seiner Funktion plant und sieht die Rhön AG als Sieger im Umbau des Gesundheitswesens hervorgehen! Wolfgang Pföhler auf der Analystenkonferenz:

„ (..) Ich nenne nur das Konzept der an unseren Konzernkliniken angegliederten medizinischen Versorgungszentren. Unser umfangreich gegliedertes Produktportfolio und die Bereitschaft der Kassen, einen flächendeckenden Service anzubieten. Sie erkenne deutlich, dass die Reformüberlegungen in der Gesundheitsreform uns langfristig in die Hände arbeiten und uns nicht vom Ergebnis Wachstum abbringen werden (…) “

Hier steht das Ziel der Investoren, der Aktionäre, die bedient werden müssen. Von denen ist nichts anderes zu erwarten. Eine AG ist kein Ableger der Mutter Theresa Institution. Nur was sagen die bei Rhön sitzenden Aufsichtsratsmitglieder? Schweigen im Walde! Die sitzen demnach mit in der Limousine und freuen sich über die variablen Aufwandsentschädigungen ihrer Position.

Bis heute habe ich nicht vernommen, dass der SPD Bundestagsabgeordnete Prof. Lauterbach, ebenso Aufsichtsrat bei Rhön, sich bei all seinen öffentlichen Auftritten je über die Ziele von Rhön und deren Verhalten gegenüber Beschäftigten, über die inzwischen öffentlich diskutierte Behandlung von Patienten aufgrund der fehlenden Pflegekräfte und den Umgang mit kritischen Verdi Vertretern geäußert hat. Von Brigitte Mohn von der Bertelsmann Stiftung, ebenso im Rhön Aufsichtsrat, ist da nichts zu erwarten, das wundert auch nicht.

Als Wahlvolk und Kassenbeitragszahler sollten wir wissen, nie vergessen oder verdrängen:

Es sind die Rahmenbedingungen der Politik die inländische und ausländische Investoren der Kapitalgesellschaften in Sicherheit einer großen Rendite wiegen. Es sind unsere Volksvertreter, die Gesetze erlassen und sich weder vor noch im Wahlkampf über die rasante Fahrt der Gesundheitsindustrialisierung äußern. Die Limousinen auf der Überholspur mit dem Ziel, Ausbeutung durch Umbau unseres Gesundheitswesens, können nur durch Bürgerengagement gestoppt werden.

Zeigen wir den Rasern auf der Überholspur das Stoppschild und sagen NEIN zum Verkauf von Mensch und Medizin.

Wir sehen uns: Am 13.September 2009 um 13 Uhr bei der Bürgerprotestolympiade im Münchner Olympiastadion!

Ihre Renate Hartwig

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