Drucksache 16/4200 und 16/4247

Man nennt es Wettbewerbsstärkungsgesetzt, ein Instrument, das die große Koalition 2007 gemeinsam entschieden hat. Es wurde im Bundestag verabschiedet. Im Rahmen dieser Gesetzgebung ereignete sich meiner Ansicht nach das aktuelle Stadium des nun schon Jahre anhaltenden Ausverkaufs unseres Gesundheitswesens.
Jeder Kranke kann mit Händen greifen, was sich gerade bei uns abspielt. Wettbewerb heißt für die Strategen in den Glaspalästen: Wie kommen wir an das Geld der Versicherten und wie können wir es drehen, dass das Meiste bei uns bleibt. Es läuft immer mehr hinaus auf dreisten Nichtservice, kaschierte Kundenfreundlichkeit und manchmal sogar Patiententerror.
Einen immer länger werdenden Rattenschwanz an Zuzahlungen durch Billigversorgung werden Kranke dafür bestraft, dass sie krank sind!
Die Beiträge der Versicherten steigen und die Leistungen werden sinken. Zu viele Gesundheitspolitiker haben längst die Bodenhaftung verloren. Seit Jahren warte ich vergebens auf einen Aufschrei der Politik zu den laufenden Plänen des Ausverkaufs unseres Gesundheitswesens, der unter dem Decknamen „Reform“ von Lobbyisten forciert und tatsächlich betrieben wird!
Aus dem Gesundheitsministerium in Berlin heißt es: „Wir sichern High Tech-Medizin für jeden!“ Im bitteren Alltag fast schon fast ein Witz. Denn ein inkontinenter Patient will nichts anderes als eine saugkräftige Windel in guter Qualität. Seit 01. August 2008 wurde diesen Patienten aufgrund von Wettbewerbsstärkungsgesetz die Chance genommen, mit ihrem Sanitätshaus oder ihrem Apotheker zu entscheiden, welche Windeleinlage für ihn die richtige ist.
Über ein Ausschreibungsverfahren der Kassen bekamen die Billiganbieter den Zuschlag. Zigtausende Beitragszahler mit dem Krankheitsbild Inkontinenz werden seit dem im wahrsten Sinne des Wortes im Nassen liegen gelassen!
Der 13.September 2009 ist ausgedacht für diejenigen, die diese völlig schief gelaufene Gesundheitspolitik heute in ihren Auswirkungen schon betrifft und die aus Krankheitsgründen nicht dabei sein können.

Geben wir den Sprachlosen eine Stimme und üben den Schulterschluss!

Ihre Renate Hartwig

Meine Artikel und Videos dürfen ganz oder auszugsweise
mit Quellenangabe weiter verbreitet werden.

Hinterlasse eine Antwort

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.